Eingewöhnung

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Die folgenden Tipps sind insbesondere für Neulinge in der Wellensittichhaltung gedacht, die ihre Düsselwellis handzahm erhalten wollen.

Unsere Düsselwellis sind die Zuwendung durch uns gewöhnt, da wir ihre Zutraulichkeit bereits im Kükenalter sehr fördern. Anfangs nehmen wir sie nur kurz heraus und kuscheln sie in der Handhöhle oder in einer Fliesmütze.

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Je mehr sie sich für ihre Umwelt interessieren, desto mehr kann man machen: In einer Spielkiste mit Gitterbällchen spielen, auf ein kleines Stöckchen steigen, Fingerleiter, und wenn es soweit ist, mit der Hand zufüttern, z. B. mit Eifutter, halbreifer Silberhirse und Kanariensaat.

Sind sie flügge und futterfest, kommen sie in einen separaten Absetzkäfig. Auch dort spielen wir weiter mit ihnen. Meist balgen sich mehrere Jungvögel darum, wer mit unserer Hand spielen darf, sich kraulen lässt und an unseren Fingern "knabbern" darf.

Auch hier nehmen wir schon mal ein Spielzeug dazu, ein Gitter- oder Bastbällchen, das wir noch etwas interessanter mit Lederbändchen, Bast und Holzperlchen gespickt haben. Damit toben alle Jungvögel sehr gerne in unserer Hand herum.

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Wir bezeichnen dieses Verhalten als "handzahm".

Natürlich entwickeln sich nicht alle gleich. Es hat wirklich jeder Welli seinen eigenen Charakter. Manche sind von Natur aus scheuer oder flatterhafter, andere ruhiger. Die einen knabbern vorsichtig an deinen Fingern, andere beißen liebevoll kräftig zu. Der eine steigert seine Zahmheit noch erstaunlich, andere verlieren sie ein Stück wieder, wenn sie älter werden.

Generell gilt: Je jünger du einen Wellensittich bekommst, desto besser. Dann kannst du seine jugendliche Zutraulichkeit nutzen und ihn leicht an dich gewöhnen. Theoretisch sind die meisten Küken mit ca. 6 Wochen futterfest, jedoch ist es i. d. R. sinnvoll, sie erst mit ca. 8 Wochen abzugeben, damit sie wirklich stabil sind.

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Wenn nun ein Düsselwelli (oder mehrere) bei dir einzieht, stelle möglichst die Transportbox auf den Käfigboden, öffne das Törchen und gib ihm Zeit alleine herauszukommen. Das kann schwuppdiwupp vonstatten gehen oder aber 2 Stündchen dauern. Tipp: Hast du schon Wellis, setze den Neuling erstmal allein in einen Käfig, wenn es geht in einen separaten Raum, und gib ihm ein paar Tage Zeit, sich an dich zu gewöhnen. Sollte er jedoch ausnahmsweise dort längere Zeit sehr deprimiert wirken und nicht fressen wollen, dann fehlt ihm möglicherweise die Gesellschaft der anderen so sehr, dass er schnell zu den anderen sollte. Wir haben es bei einem eigenen Neuzugang schon erlebt, dass wir ihn bald für krank hielten (er "lag" fast nur noch), doch bei den anderen war sofort alles vergessen und das Leben hatte ihn wieder.
Nimmst du gleich zwei oder mehrere Düsselwellis, lasse sie zusammen, denn sie sind schon alle zutraulich und eine Trennung würde eher Verunsicherung bewirken. Mit Geduld und Liebe erhält man sich auch 2 junge Neulinge gemeinsam handzahm.

Wenn dein Neuzugang aus der Transportbox herausgekommen ist, lasse ihn erstmal in Ruhe. Du wirst selbst herausfinden, was deinem Schützling gut tut. Du kannst so nahe an den Käfig gehen, wie er oder sie es sich gelassen gefallen lässt.

Vor allem solltest du immer beim Betreten des Raumes und bei der Kontaktaufnahme beruhigend mit ihm oder ihr sprechen.

Am zweiten oder dritten Tag kannst du ihm versuchen, Futter aus der Hand anzubieten, am besten etwas Besonderes. Lasse in seinem Käfig nur das normale Körnerfutter, Wasser und Zucchini, Apfel oder Möhre. Biete ihm aus der Hand die begehrte Hirse an, indem du sie ihm im Käfig einfach unter den Schnabel hälst. Klappt es nicht gleich, versuche es vorsichtig immer wieder. Wenn er daran knabbert, halte sie später weiter weg, so dass er zum Fressen auf deine Hand kommt. Genauso kannst du ihn mit Gitterbällchen zum Spielen auf deine Hand locken.
Übe auch im Käfig immer wieder das "Auf den Stock steigen" (wenn möglich auch auf den Finger). Wenn das gut klappt, bekommst du ihn später nach dem Freiflug wieder besser in den Käfig zurück.
 
Den ersten Freiflug solltest du erst planen, wenn du mit eurer "Beziehung" schon recht zufrieden bist. Das kann nach einer Woche oder erst nach 2-3 Wochen sein. Stelle vorher sicher, dass er sich nicht verletzen kann, Fenster und Spiegel sollten auf jeden Fall verhängt sein.

Von außen sollten Anflugmöglichkeiten am Törchen sein (Stange, Seil), und am besten befestigt man auf dem Dach des Käfigs etwas zum Landen und Spielen. Nicht jeder Welli stürzt gleich aus dem Käfig, wenn das Törchen offen steht. Manchmal muss man ihn schon mit interessanten Dingen herauslocken. Auf jeden Fall sollte dein Liebling diesen Schritt freiwillig tun.

Oft dauert es seine Zeit, bis das Hineinfinden in den Käfig so richtig klappt. Wenn dein Schützling nicht wieder hinein will, klappt es vielleicht mit einem langen Stock, ihn dorthin zu bringen. Ansonsten warte, bis er hungrig wird, füttere ihn nicht draußen, dann versteht er bald, dass er zum Fressen heimgehen muss.


Zwei Dinge legen wir allen Wellensittichbesitzern besonders ans Herz:
  1. Halte niemals einen Wellensittich alleine!
  2. Gönne deinen Lieblingen viel Freiflug!



Dann wirst du sicher gesunde und glückliche Hausgenossen und viel Freude an ihnen haben.